Anatoli Pristawkin, Schlief ein goldnes Wölkchen
Während des Zweiten Weltkriegs schickte die Sowjetunion Waisenkinder aus Moskau in den entvölkerten Kaukasus. Anatoli Pristawkin schildert in seinem autobiographisch grundierten Roman das Schicksal zweier Zwillingsbrüder in den Wirren von Vertreibung und Partisanenkrieg in Tschetschenien im Jahr 1944.
Richard Wright, Black Boy / Schwarzer Hunger
In seiner Autobiographie berichtet Richard Wright vom Aufwachsen in den durch und durch rassistischen Südstaaten der USA während des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts und seinen enttäuschten Hoffnungen als Mitglied der kommunistischen Partei in Chicago. Dieser Klassiker der afroamerikanischen Literatur konnte erst posthum in seiner ursprünglichen Form veröffentlicht werden.
Boris Pahor, Nekropolis
In Nekropolis (1967; dt. 2001) berichtet der slowenische Schriftsteller Boris Pahor von seinen Erlebnissen in den deutschen Konzentrationslagern Dachau, Struthof, Dora-Mittelbau und Bergen Belsen. Durch die Verknüpfung unterschiedlicher Zeitebenen reflektiert er Erleben, Überleben und Erinnerung. Die Literaturkritik stellt sein Werk in eine Reihe mit Primo Levi, Jorge Semprun und Imre Kertész.
Edith Bruck, Wer dich so liebt…
Edith Bruck überlebte als Kind den Holocaust. Sie hat nie aufgehört, davon zu erzählen. In ihrem ersten Buch „Wer dich so liebt…“ (1959; dt. 1961) erzählt sie von ihrer Kindheit in Ungarn, ihrer Deportation nach Auschwitz und ihrem Leben danach. Obwohl sie als eine der wichtigsten weiblichen Stimmen der Holocaustliteratur gilt, liegt auf Deutsch nur dieses erste Werk vor. Es ist eine lapidare Bestandsaufnahme des Überlebens einer Kindheit in Auschwitz und in dessen Schatten.
Joan Perucho, Der Nachtkauz
Der katalanische Schriftsteller Joan Perucho veröffentlichte mit „Les Històries naturals“ 1960 (dt. Der Nachtkauz, 1990) einen Vampirroman der ironischen Art, eine Parodie der klassischen Schauerliteratur ebenso wie der Horrorfilme seiner Zeit. Im Spiel mit historischen Figuren und Gegebenheiten, intertextuellen Anspielungen und Bezügen vor dem Hintergrund der brutalen Karlistenkriege verbirgt sich auch eine Hommage an das alte Katalonien.